„Zeichnen heißt, eine Linie zu befreien.“
Henri Matisse
In meiner künstlerischen Arbeit sind mir handwerkliche Präzision, Detailverliebtheit und eine sichere Linienführung wichtig. Die malerische Farbe nutze ich mutig, immer mit einem Blick für individuelle Ausdrucksformen und experimentelle Wege. Diese Haltung verlangt Disziplin und tägliches Üben, damit Genauigkeit und Leichtigkeit in meinen Kompositionen zusammenfinden.
Phantasie ist für mich eine andere Realität, die ich in meinen Arbeiten erfahrbar machen möchte. Sie ist mehr als ein Stilmittel – sie eröffnet einen geistvollen Blick jenseits des rein Sichtbaren. Meine Kunst soll Betrachterinnen und Betrachtern einen Zugang zu dieser erweiterten Wahrnehmung geben.
Jeder Tag beginnt für mich mit Tusche, Papier und der Stille, in der sich die erste Linie formt. Sie ist kein Abbild der äußeren Welt, sondern ein Freilegen des Inneren – Träger von Rhythmus, Atem und Erinnerung. Die Linie bringt Form hervor, verdichtet Emotion und schafft Balance zwischen Ruhe und Spannung.
Die Themen, die mich bewegen – Herkunft, Erneuerung, Verbundenheit und spirituelle Fragen – fließen direkt in meine Zeichnungen ein. Ich öffne keine Geschichten, sondern Räume, in denen eigene Empfindungen entstehen können.
Irina Kendlbacher